Pelz

PelzDie Herstellung von Echtpelzartikeln ist mit soviel überflüssigem Leid verbunden, dass Pelz zurecht von einer Mehrheit der Menschen entschieden abgelehnt wird. Dennoch irren wir, wenn wir glauben wollen, Pelz sei ein Problem, das schon gänzlich der Vergangenheit angehöre. Leider ist sogar das Gegenteil der Fall.

Pelzfarmen

Unter einer „Farm“ stellen wir uns üblicherweise etwas anderes vor als eine Ansammlung von Drahtgitterkäfigen, in denen Nerze, Füchse, Marder, Chinchillas, Kaninchen oder andere kleinere Tiere auf wenigen Zentimetern Platz ihr ganzes kurzes Leben verbringen. Die im Frühjahr geborenen Tiere werden im Herbst desselben Jahres getötet – man vergast sie, bricht ihnen das Genick oder beendet mit Elektroschocks ihr Leben. Auch, dass Tieren lebendig der Pelz abgezogen wird und ihre blutüberströmten entstellten Körper weggeworfen langsam sterben, ist keine Seltenheit. Und selbst hier besitzt die Pelzindustrie die Frechheit, den Prozess mit dem schönfärbenden Wort „Ernte“ zu bezeichnen.

Pelzfallen

Nicht alle Pelzprodukte haben ihren Ursprung in den „Pelzfarmen“. Einige Hersteller setzen auf Pelz, der durch Jagd errungen wurde –Kojote oder Füchse sind dann etwa dafür gestorben. Zuweilen wird diese Praxis als ökologisch verkauft, weil die entsprechende Jagd Wildtierbestände kontrolliere (siehe dazu Thema Jagd). Offenbar sehen sich die Hersteller selbst unter Rechtfertigungsdruck – und das sollten sie auch, denn zu rechtfertigen gibt es den qualvollen Tod eines Wesens, das leben wollte, um den Pelz nicht zu beschädigen gefangen in einer Falle, in der es stunden- oder tagelang ausharrt, bis es verdurstet, verhungert, an den eigenen Verletzungen stirbt oder getötet wird. Oftmals beißen sich die Tiere eigene Gliedmaßen ab, im verzweifelten Versuch, so aus der Falle zu entkommen.

Entwicklungen in zwei Richtungen

Pelz2Immer mehr Modeketten haben sich über die Jahre im Zuge großer Protestkampagnen verpflichtet, keinen Echtpelz mehr zu verkaufen. Dies bleibt im Rahmen der recht willkürlich festgelegten Grenze zwischen Pelz und Fell, sodass z.B. Lammfell oft trotzdem verkauft wird. Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es zugleich eine gegenläufige: Der Handel mit Pelz boomt bereits wieder. Den Platz der verpönten Pelzmäntel haben Pelzkrägen, Pelzjackenbesatz und Pelzbommel eingenommen. Billigpelze unter anderem aus China überfluten den Markt, und auch gezielte Täuschung vonseiten der Hersteller ist keine Seltenheit. Echtpelzprodukte werden als Kunstpelz deklariert, obwohl sie in Wahrheit aus Katze sind, aber auch offen als Pelz deklarierte Artikel werden wieder vermehrt gekauft. Im schwer auseinanderzuhaltenden Wust aus Echt- und Kunstpelzprodukten werden Pelz tragende Menschen sehr viel seltener angegriffen als noch vor wenigen Jahrzehnten. Mit der Scheißegal-Haltung einer selbstbezogenen Jugend und exzentrischer Modedesigner erobert die unnötige Grausamkeit von Neuem den Massenmarkt.

Fazit

Pelz wird aus gutem Grund weithin als gänzlich überflüssiges Produkt mit grausiger Geschichte anerkannt. Es gilt nun, sich von dem scheinbar vollzogenen Wechsel zu Kunstpelz nicht täuschen zu lassen, Echtpelz als solchen zu enttarnen und seine Verwendung anzuprangern, sowie auch Kunstpelzprodukte zu meiden, um den Effekt der Täuschung und Vermischung von nachgeahmtem und leibhaftigem Produkt gar nicht erst zu unterstützen. Um den weltweiten Ausstieg aus der Ware Pelz voranzutreiben, ist es nötig, auch kleineren Unternehmen und Prominenten gegenüber, die an der Unterstützung des blutigen Geschäfts festhalten, klar Position zu beziehen. Und schließlich wäre wünschenswert, dass die Einsicht, dass es in einer modernen Gesellschaft ganz und gar überflüssig ist, Tiere für niedere Bedürfnisse zu töten, sich auf alle anderen Tierprodukte ausweitet.

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