Milch

Die Geschichte der Milch ist immer eine Familiengeschichte, denn der weibliche Körper produziert Milch für die eigenen Kinder – und nur für sie. So ist es auch bei den Kühen, deren Milch Menschen für sich beanspruchen. Und so handelt es sich trauriger Weise bei der Geschichte der Milch um eine Leidensgeschichte für Kuh und Kalb. Wenn ihr Leiden einem Zweck dient, so ist es der, Menschen reich zu machen, die an den vielfältigen aus Milch hergestellten Produkten verdienen, nicht aber unsere Gesundheit. Denn kaum ein Produkt ist so sehr durch Mythen geschönt worden wie Milch.

Die Kälber

Kalb im Iglu

Kalb im Iglu

Wie jede Frau gibt eine Kuh nur dann Milch, wenn sie ein Kalb geboren hat. Der einmal in Gang gesetzte Milchfluss kann dann zwar eine Weile lang aufrecht erhalten werden, lässt aber mit der Zeit nach. Daher wird die für die Milchproduktion benutzte Kuh etwa einmal jährlich künstlich geschwängert und trägt ihr Kind aus. Auch bei Kühen besteht zwischen Müttern und ihren Kindern ein enges Band und bei Tieren, die aus der Milchindustrie gerettet werden konnten, zeigt sich, dass sie ein Leben lang eine innige Beziehung pflegen. Üblicherweise lässt man dieses Glück jedoch nicht zu, sondern trennt Kind und Mutter schon kurz nach der Geburt. Das Kalb würde schließlich die Milch trinken, die der Mensch für den eigenen Konsum vorsieht. Einige Betriebe lassen die junge Familie etwas länger zusammen. Damit das Kalb trotzdem nicht die Milch trinkt, hat man sogenannte „Saugentwöhner“ erfunden, die in der Nase des Kalbs befestigt werden und mit Spitzen aus Metall oder anderem Material versehen sind, welche die Kuh stechen und sie dazu bringen, das Saugen zu verweigern, wann immer ihr Kind trinken möchte. Wenn die Kälber nicht gerade selbst zu neuen Milchkühen aufgezogen werden, werden sie üblicherweise nach wenigen Monaten getötet, um als Kalbsfleisch herzuhalten.

Die Hochleistungs-Kuh

Hochleistungskuh

Hochleistungskuh

Bis in die 1850er Jahren gab eine Kuh im Jahr weniger als 1.000 Liter Milch – die heutigen, krankhaft hochgezüchteten Tiere „geben“ etwa 8.000 bis 10.000 Liter (1). Wobei ja schon der Ausdruck, dass die Kuh Milch „gibt“ falsch ist – korrekt muss es heißen „Wir nehmen uns“. Und das mit welchem Recht? Es wird gern angeführt, Kühe müssten gemolken werden, da sie sonst Schaden nehmen würden. Das ist zwar nicht aus der Luft gegriffen, aber ein Tier zur Leistungsmaschine hochzuzüchten und es regelmäßig zu schwängern, um die Milchproduktion im Körper dieses Tieres zu maximieren, kann kaum als moralische Rechtfertigung herhalten, um dann anzuführen, man müsse dieses Tier ja nun melken und dies sei zu seinem eigenen besten. Tatsächlich nimmt die Kuh mit dem riesigen Euter auch wenn sie gemolken wird, noch genug Schaden von den Bedingungen ihres traurigen Daseins, etwa Rückenschäden und Euterentzündungen. Das logischerweise nach wenigen Jahren völlig ausgelaugte Tier wird in der Regel nach fünf bis sechs Jahren getötet. Zwar würde es auch danach noch Milch geben, jedoch weniger als zuvor – und damit ist die lebende Maschine nicht mehr effektiv und wird ersetzt.

Mythos gesunde Milch

Milch ist elementar für die Entwicklung eines jeden Säugetiers, so auch die des Menschen. Doch beschränkt sich das wie bei anderen Säugetieren auf Stillzeit und Muttermilch. Der Mythos von der gesunden (Kuh-)Milch ist einfach als Werbung der Milchlobby zu entlarven, wenn man sich vor Augen hält, dass der Mensch von Natur aus laktoseintolerant ist und die in westlichen Gesellschaften einigermaßen verbreitete Verträglichkeit von Milch (neben einer weiter bestehenden Laktoseintoleranz vieler Menschen, die oft gar nicht diagnostiziert wird) über Generationen mühsam gegen die Natur des Körpers erarbeitet wurde. In Asien, wo traditionell weniger Milchprodukte konsumiert werden, ist Laktoseintoleranz noch üblicher. Milch gehört zu den unnatürlichsten Dingen, die wir zu uns nehmen. Kein anderes Tier trinkt von Natur aus die Milch anderer Spezies, noch dazu wenn die eigene Stillzeit bereits abgeschlossen ist. Aber was ist nun mit dem viel gepriesenen Calcium der Milch? Eine Harvard-Studie von 2013 zeigt, dass trotz des hohen Calciumgehalts in der Milch regelmäßiger Milchkonsum das Osteoporoserisiko nicht verkleinert, sondern im Gegenteil noch vergrößert, da der Milchkonsum zu Übersäuerung des Körpers führt, zu dessen Ausgleich Calcium aus den Knochen abgezogen wird (2). Darüber hinaus wird Milchkonsum mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Arten von Krebs, Alzheimer, Parkinson, Multipler Sklerose, Diabetes und Hautkrankheiten in Verbindung gebracht. Die Milchlobby wird auch weiter ihre Gerüchte über die Notwendigkeit ihrer Produkte verbreiten. Sie wird auch weiterhin nicht davor zurückschrecken, dies so aggressiv zu tun, dass menschliche Babys sterben, weil sie nicht mehr gesäugt, sondern mit Kuhmilch ernährt werden, wie in der Vergangenheit schon allzu oft geschehen (3). Es ist höchste Zeit, dass wir uns ihre Lügen nicht länger anhören.

Fazit

Die Milch anderer Tiere ist nicht für den menschlichen Konsum vorgesehen. Milchkonsum ist gesundheitlich nicht vorteilhaft, geschweige denn notwendig (Milch von der eigenen Mutter in der Stillzeit selbstverständlich ausgenommen), sondern vielmehr in höchstem Maße unnatürlich. Tiere zu Milchmaschinen umzufunktionieren ist tierethisch abzulehnen und auch aus keiner anderen Perspektive zu rechtfertigen. Es ist im Interesse der Tiere, der Umwelt und der Gesundheit von großer Wichtigkeit, auf pflanzliche Alternativen umzusteigen.

Quellen:

1: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-kuehe-geben-mehr-milch-als-je-zuvor-a-870683.html

2: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/28/harvard-milch-von-der-kuh-ist-nicht-gesund/

3: http://archive.babymilkaction.org/pdfs/babykiller.pdf

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