Heimtiere

Es spricht prinzipiell nichts dagegen, Tiere als Gefährten im eigenen Leben zu haben. Allerdings sollten sie auch wirklich das sein: Gefährten, denen ein wertvolles Leben geboten wird – nicht Unterhaltungs- oder Prestigeobjekt. Und selbst dann läuft man noch in Gefahr, das Elend zu unterstützen, das die weite Verbreitung von Haustieren mit sich bringt. Lesen Sie im Folgenden, warum es aus tierethischer Perspektive wünschenswert ist, dass die Heimtierzucht ein Ende findet.

Zucht und Handel

Der illegale Welpenhandel boomt. Welpen werden aus so genannter „Tiervermehrung“ aus Polen oder Tschechien eingeführt, mit falschen Impfpässen und Lebensgeschichten ausgestattet und in Deutschland zu Preisen verkauft, die weit unter dem Standard der jeweiligen Rassen liegen. Rassehunde werden außerdem im Überfluss gezüchtet, sodass der Ertrag gesteigert wird und keine Einbußen beim Profit eingerechnet werden müssen, falls ein Tier nicht dem angestrebten Zuchtziel entspricht. Erreicht ein Tier das angestrebte Schönheitsideal nicht, kommt es häufig vor, dass es aussortiert und getötet wird. Doch selbst wenn die Welpen von vertrauenserweckenden Züchter*innen kommen, werden diese Tiere noch immer als Ware produziert. Selbst wenn auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird, werden hier neue Tiere herangezüchtet, während ihre Artgenossen die Tierheime füllen, wo nicht mehr erwünschte oder aus schlechten Bedingungen beschlagnahmte Tiere ihr Dasein fristen und regelmäßig Aufnahmestopps ausgerufen werden müssen, weil schlicht kein Platz mehr da ist, um weitere Tiere aufzunehmen.

Unwissenheit und Ungeschick

So wie Hunde und Katzen sich blendend verstehen können, wenn sie miteinander aufwachsen, ansonsten aber oft nicht gut miteinander auskommen, weil sie unterschiedliche Körpersprachen sprechen, können auch wir Menschen bei all unserem Wissen nicht mit Tieren kommunizieren. Das führt dazu, dass die Bedürfnisse von Tieren miss- oder gar nicht verstanden werden oder bei Krankheiten auf das Urteil eines Tierarztes vertraut wird, der ein Tier einschläfert, weil die Anschaffung eines neuen einfacher erscheint als die Behandlung. Gerade Kleintiere werden als Haustiere unfassbar oft zu Opfern, sei es, weil der Hamster versehentlich unter dem Teppich totgetreten oder vom Staubsauger erfasst wird, oder weil die Tierärztin über Meerschweinchen in ihrer Ausbildung wenig gelernt hat, weil Pferde eben mehr Geld einbringen. Gerade Kinder wünschen sich meist besonders Tiere, können deren Bedürfnisse aber völlig unzureichend erfassen. So verstanden zwar viele Kinder durch „Findet Nemo“, dass Fische nicht ins Aquarium gehören, brachten ihn aber in der Konsequenz einen grausamen Tod, indem sie sie im Klo hinunterspülten, weil der Clownsfisch im Film auf diese Weise in die Freiheit gelangt war.

Tiernahrung

Bei der Wahl der Tiernahrung gibt es etliche Dinge zu berücksichtigen. Gesund ist oftmals etwas Anderes als das, was viele Zoohandlungen in Massen verkaufen. Gerade Trockenfutter ist für viele Tierarten eher schädlich. Doch sind beim Thema Nahrung mehr Tiere betroffen als nur das, welches die Nahrung bekommt.

Fast alle namhaften Tiernahrungsmarken gehören zu Konzernen, die Tierversuche für Tiernahrung durchführen. Eine Übersicht tierversuchsfreier Marken finden Sie unter: http://www.peta.de/tierversuchsfreietiernahrung#.VYyPlEa3F5Y.

Auch ist Fleisch als Tiernahrung kaum minder fragwürdig als Fleisch in der menschlichen Ernährung. Wenn im Napf des Hundes Tiere landen, etwa Schweine, denen die Wissenschaft eine ähnliche Intelligenz bescheinigt wie Hunden, drängt sich Frage förmlich auf, warum es richtiger sein sollte, den Hund mit Schwein zu füttern als umgekehrt das Schwein mit Hund (beide sind Allesfresser). Vegetarische Ernährung ist keineswegs eine ungesunde Alternative. Bramble etwa, ein 27 Jahre alter Border-Collie, vegan ernährt mit Reis, Linsen und biologisch angebautem Gemüse, ging 2002 in das Guiness Buch der Rekorde ein als der älteste lebende Hund der Welt. Wichtig ist selbstverständlich Ausgewogenheit und die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen, bei Katzen etwa vor allem Taurin. Das nötige Grundwissen hierzu liefern Ratgeber wie „Vegetarische Hunde- und Katzenernährung“ oder „Vegan kochen für Mensch und Hund“.

Fazit

Die Heimtierzucht ist mit dem Leid sowohl solcher Tiere verbunden, die nie ein Heim bekommen werden, etwa weil sie vorzeitig getötet werden, als auch mit dem Leid jener, für die menschliche Unerfahrenheit oder Unbekümmertheit zum Fluch wird. Wenn Sie einem Tier ein Zuhause und ein gutes Leben bieten möchten, adoptieren Sie ein Tier aus dem Tierschutz, informieren Sie sich umfassend über seine Bedürfnisse und holen sie sich allgemein und besonders im Fall von Krankheiten Rat bei Menschen, die viel Erfahrung mit dieser Tierart haben, etwa in entsprechend spezialisierten Online-Communities. Wenn Sie außerdem dieses eine Tier nicht willkürlich über unbekannte andere Tiere stellen wollen, ernähren Sie es tierversuchsfrei und vegan.

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