Alternativen

alternativenIm ersten Moment mag eine Ernährung ohne Fleisch, Milch, Ei und Käse als Verzicht erscheinen. Tatsächlich bietet die pflanzliche Küche jedoch tolle Alternativen. Vegane Ernährung ist lecker und vielseitig. Wer Veganismus wählt, entdeckt ganz neue Gerichte und Zutaten.

Fleisch ersetzen

Tofu, Tempeh, Lupinen oder Seitan (Weizeneiweiß) bieten sich an, um darauf pflanzliche Schnitzel, Würstchen und anderes zu formen. Vom Tofuwürstchen bis zum Lupinengyros und sogar pflanzlicher eingelegter „Ente“ oder „Shrimps“ kann vieles fertig im Handel erworben werden, vegane und veganfreundliche Restaurants bieten zum Teil ebenfalls Gerichte mit Fleischersatz an.

Ob es diese Produkte „braucht“, sei dahingestellt. Zur Deckung des Eiweißbedarfs können auch unverarbeitete Grundnahrungsmittel wie Linsen herhalten. Der Vorwurf, der diesen Ersatzprodukten gerne gemacht wird, sie würden Tierprodukte nachahmen, obwohl diese zugleich abgelehnt werden, ist jedoch definitiv überflüssig. Schließlich kommt auch kein Huhn als Nugget daher. Fraglich ist also vielmehr, warum man tote Tiere in simplen Formen serviert und ob es das vielleicht braucht, damit Kinder überhaupt so leicht daran gewöhnt werden können, Tiere zu essen.

Milch ersetzen

Soja, Hafer, Dinkel, Reis, Hirse, Kokos, Mandel,… Aus jeder dieser Zutaten kann pflanzliche Milch gewonnen werden. Im Handel wird sie aus gesetzlichen Gründen nicht als „Milch“, sondern als „Drink“ geführt, aber das macht am Produkt keinen Unterschied. So lassen sich diese pflanzlichen Drinks für so ziemlich jede Anwendung von Milch, etwa in Milchreis oder Milchshakes, ebenfalls verwenden. Es lohnt sich, mit den verschiedenen Sorten und Marken herumzuprobieren, wenn nicht das erste ausprobierte Produkt den gewünschten Geschmack hat. In manchen Fällen, etwa bei Pflanzenmilch im Kaffee, kann es erforderlich sein, den Geschmacksnerven etwas Zeit zu geben, sich umzustellen.

Auch die meisten Milchprodukte gibt es pflanzlich, Sahne etwa als „Cuisine“ aus Soja, Hafer oder Dinkel, ebenso ist Joghurt und Pudding auf pflanzlicher Basis erhältlich und sogar zu Vollmilchschokolade gibt es Reismilchschokolade als Alternative. Veganer Käseersatz findet sich nicht nur im Bioladen, sondern zunehmend auch in einigen Supermärkten, außerdem taugen zum Über-backen auch selbstgemachte käseähnliche Soßen wie Hefeschmelz. Wir empfehlen, bei der Umstellung zunächst die Tierprodukte wegzulassen und nach ein paar Wochen zum Beispiel Käsealternativen zu testen, da diese selten vollständig den Geschmack bestimmter Käsesorten nachahmen. Ohne diese Erwartungshaltung ist es eine Freude, die Alternativen zu entdecken.

Eier ersetzen

Statt Eiern beim Backen können je nach Gericht verschiedene Alternativen verwendet werden:

  • zum Binden etwa 1 geh. EL Sojamehl, 1 EL Tomatenmark, 3 EL Apfelmus, Pfeilwurzelmehl, Kartoffelmehl/-stärke oder ein Ei-Ersatz aus dem Reformhaus/Bioladen;
  • zum Treiben 1 geh. EL Sojamehl mit 1 EL Wasser (mit Schneebesen geschlagen, für Pfannkuchen, Kuchen), Sojamilch, Mineralwasser, 3 EL Apfelmus mit ½ TL Backpulver, das Mehl teils durch Kartoffelmehl ersetzen (Backwaren) oder Ei-Ersatz.
  • Rührei lässt sich als Rührtofu nachahmen, und statt Eiernudeln kommen beim Einkauf einfach Hartweizen- oder Dinkelnudeln in den Korb.
  • Mayonnaise lässt sich auch als eifreie Variante erwerben oder leicht selber machen (aus Sojamilch, Öl, Salz, Senf).

Imagewandel für Vegan

Tatsächlich lassen sich so ziemlich alle Tierprodukte ersetzen, abgesehen von wenigen Ausnahmen wir dem „Frühstücksei“ – und auf die kann man getrost verzichten. Vegan zu leben erfährt aus gutem Grund in den letzten Jahren einen Imagewandel. Waren Veganer*innen früher verrückte Ausgegrenzte, wird Veganismus heute, wenngleich zuweilen noch bekämpft und abgewertet, um sich bloß selbst nicht damit auseinanderzusetzen, immer mehr respektiert und als eine ökologisch und ethisch erstrebenswerte Lebensweise anerkannt. Zugleich kann man sich auf immer mehr prominente Vorbilder berufen, die vegan leben, von Alicia Silverstone über James Cameron bis hin zu Brad Pitt. Und schließlich eint alle, die selber schon länger vegan leben, dass sie nur eines bereuen: sich nicht eher für diesen Schritt entschieden zu haben.

Fazit

Vegane Alternativen sind, ggf. nach einer kurzen Umgewöhnungsphase, lecker und vielseitig und lassen keine Wünsche offen. Konkrete Tipps zum veganen Start, veganem Leben in Bielefeld und OWL und vielem mehr findet ihr in unserer Rubrik „Tipps“.

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